Soziales
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„Ich will das, was du auch willst!“ Behindert – eine Geschichte vom Suchen und Finden

Konzeptbeschreibung Musikprojekt der ctm

Behindert – eine Geschichte vom Suchen und Finden

„Ich will das, was du auch willst!“,

dies war der Ausspruch einer Bewohnerin der Wohn- und Förderstätte in Schelkau, welchen sie in einem Streit aus ihrem tiefsten Herzen hervorbrachte.

Du bist anders

ist oft die Antwort darauf und Teil einer Haltung, welche Menschen dazu bewegen kann, sich kritisch zu betrachten, oder gar einander abzulehnen.

In unserem Bühnenwerk mit dem kompromisslosen Titel

„Behindert - eine Geschichte vom Suchen und Finden“,

nehmen wir genau diese Gedanken zum zentralen Thema und lassen sie lebendig werden.

Es handelt sich um ein etwa einstündiges Werk mit musikalischen als auch darstellerischen Anteilen. Darüber hinaus werden Klang- und Videosequenzen das Werk bereichern.

Die Protagonisten auf der Bühne bestehen aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigungen sowie Mitarbeitenden verschiedener Einrichtungen der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius gGmbH (ctm) des Bistums Magdeburg.

Die Musik des Werkes wird von

-       einem sinfonischen Orchester,

-       durch eine Trommelgruppe und

-       durch elektronische Sequenzen gebildet.

Dafür stehen wir in Kooperation mit dem Generationen-Sinfonie-Orchester, der Trommeleventgruppe red ATTACK und einem Installations- und Klangkünstler. 

Wir haben uns ganz bewusst für einen provokanten Titel entschieden. Einmal, um auf gängige Klischees anzuspielen und zum anderen, um das Publikum auf Blickwinkel, welche durch Vorurteile behindert sind, zu stoßen. Das Bühnenwerk befasst sich mit den Erlebniswelten der unterschiedlichen Protagonisten. Diese existieren zunächst nebeneinander und versuchen, sich durch ihre Andersartigkeit voneinander abzugrenzen. Die Inszenierung spiegelt die Distanz zwischen den einzelnen Welten wieder und verdeutlicht sie auf diversen Ebenen.

Im Verlauf des Stückes werden jedoch gemeinsame Schnittmengen erkannt und finden nach einem dramatischen Intermezzo zu einem harmonischen und achtungsvollen Miteinander zusammen. Nicht alle Fragen werden beantwortet, nicht alle Unterschiede gleichgemacht, sondern Andersartigkeit als Chance für Kreativität verstanden.

Die Uraufführung ist für den 11. September 2021 auf der Open-Air Bühne im Schlosspark Zeitz geplant. Weitere Auftritte sind in Magdeburg, Beetzendorf, Halberstadt und Dingelstedt für die Jahre 2021/2022 angedacht.

Für dieses Projekt werden wir uns ab Januar 2021 in den verschiedenen teilnehmenden Einrichtungen der ctm zu Workshops zusammenfinden, in denen nebst Probenarbeit auch die oben genannten Video- und Soundaufnahmen entstehen. Vor der Uraufführung finden sich alle Teilnehmer zu einem großen Probewochenende zusammen.

Ein solches Projekt, in Zeiten von zwangsläufig notwendiger Distanz, ist ein ehrgeiziges Vorhaben. Uns ist bewusst, dass die Realisierung eines Bühnenwerkes, mit diesem Umfang, nur mit einem verantwortungsvollen Hygienekonzept zum Schutz nicht nur unserer Bewohner, sondern aller Mitwirkender unabdingbar ist.

Die Perspektive, Teil einer außergewöhnlichen Veranstaltung zu sein, eröffnet in unseren Bewohnern immer wieder Fähigkeiten, welche sie über ihre gewohnten Grenzen hinausgehen lässt.

Die Teilhabe an einem großen Spektrum des kulturellen Lebens und die nachhaltige Erinnerung daran, ist für unsere Bewohner ein großer Schatz, von dem sie immer wieder zehren. Dies sind letztlich die Gründe, welche uns positiv auf die Verwirklichung unseres Werkes blicken, und es lebendig werden lässt.